BYD Shark 6 – Der Hybrid-Hai, den Europa (noch) nicht haben darf
- Raphael Poupart
- 17. Okt. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Wenn irgendwo ein lautes Motorbrummen verstummt und stattdessen nur das Surren eines Elektromotors durch die Landschaft zieht, dann ist das kein Zufall mehr. Es ist der Anfang eines neuen Kapitels. Und der BYD Shark 6 ist die Speerspitze davon – ein Biest aus Stahl, Strom und Turbo, das zeigt, dass auch Utes (oder wie wir sagen: Pickups) mehr sein können als reine Arbeitstiere.
Leider, und das schmerzt wirklich, ist dieser Hai bislang nur in Australien unterwegs. Doch wer weiß – vielleicht schwimmt er eines Tages auch an Europas Küsten an.
🛢️ Ein Hybrid, der nicht halbherzig ist
Der BYD Shark 6 kombiniert zwei Welten: einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit zwei Elektromotoren (vorn und hinten). Zusammen liefern sie beeindruckende 321 kW Leistung und 650 Nm Drehmoment – das ist mehr als beim Ford Ranger Raptor. Dabei steckt unter dem Leiterrahmen eine 29,6-kWh-Batterie, die im Alltag rund 80 Kilometer rein elektrisch schafft.
Mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 5,6 Sekunden ist der Hai kein träger Koloss, sondern ein Raubtier auf Asphalt und Schotter. Ein echtes Statement gegen den ewig dröhnenden Diesel-Mainstream.
🏢 Komfort trifft auf Wildnis
Das Interieur ist, man muss es sagen, eine kleine Offenbarung. Statt des typischen Nutzfahrzeug-Charmes bekommt man ein Cockpit, das irgendwo zwischen Tesla und Ranger liegt. Ein 15,6-Zoll-Display (drehbar, versteht sich), ein Head-up-Display, beheizte und belüftete Sitze, ein Soundsystem von Dynaudio – und alles, was das Outdoor-Herz sonst begehrt.
Im Fond: Platz satt. Drei Erwachsene sitzen bequem nebeneinander, es gibt USB-A/C-Anschlüsse, 230-Volt-Steckdosen und sogar Belüftungsdüsen. Ideal für lange Touren mit Crew oder Familie.
🌿 Praktisch gedacht, smart gebaut
Der Laderaum des Shark ist clever konstruiert: 1,5 Meter lang, 1,2 Meter breit, mit hydraulisch gedämpfter Heckklappe, die sich über Taster, Schlüssel oder Touchscreen öffnen lässt. Und das Beste: Drei 230-Volt-Steckdosen im Heck machen ihn zum mobilen Stromspender – für Werkzeuge, Grill oder Kaffeemaschine.
Einziger Wermutstropfen: Mit 790 kg Nutzlast und 2,5 Tonnen Anhängelast ist er kein Schwerlaster. Aber mal ehrlich: Fürs Abenteuer reicht das völlig. Wer einen Baustellenpanzer sucht, ist hier falsch.
🔋 Effizienz, die Spaß macht
Im reinen Elektrobetrieb bleibt der Verbrauch bei null. Mit voller Batterie und normaler Fahrweise pendelt sich der kombinierte Verbrauch auf rund 6,8 Liter pro 100 km ein. Realistisch, effizient und beeindruckend für ein Fahrzeug mit über 2,7 Tonnen Leergewicht.
Geladen wird der Shark mit 7 kW (AC) oder bis zu 55 kW (DC). Kein Schnelllade-Wunder, aber für einen Hybrid absolut ausreichend.
💙 Fahrverhalten: Sanft, stark, souverän
Auf der Straße fährt der Shark erstaunlich ruhig. Kein nagelnder Diesel, kein metallisches Rumpeln. Stattdessen ein satter, gleichmäßiger Schub, der auch auf langen Strecken entspannt. Die individuelle Doppelquerlenkeraufhängung hinten ist in dieser Klasse fast einzigartig und sorgt für Komfort, wo andere Utes noch hüpfen.
Abseits der Straße hilft ihm die variable Drehmomentverteilung zwischen den E-Motoren. Kein Untersetzungsgetriebe, keine Geländeuntersetzung – aber erstaunlich gute Traktion. Für den harten Offroad-Einsatz gibt’s bessere, doch für Waldwege, Kiesstraßen und nasse Wiesen reicht’s allemal.
🔒 Sicherheit & Technik
BYD hat in Australien bisher nur Fünf-Sterne-Wertungen eingefahren – und der Shark dürfte keine Ausnahme sein. Mit an Bord sind:
360-Grad-Kamera & Head-up-Display
Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Müdigkeitserkennung
Totwinkelwarner, Anhängerstabilisierung, Querverkehrswarner
Acht Airbags und Kindersitz-Erkennung
Das alles serienmäßig – ohne teure Zusatzpakete.
🚧 Preis und Fazit
In Australien startet der BYD Shark 6 bei rund 61.000 AUD (etwa 37.000 EUR) – und bietet dafür Technik und Ausstattung, die in Europa locker 55.000 EUR kosten würden.
Er ist kein Nutzfahrzeug im klassischen Sinn, sondern ein Lifestyle-Hybrid für Abenteurer. Ein Pickup, der Strom spart, Leistung liefert und gleichzeitig Stil hat.
Leider bleibt uns Europäern der Zugang derzeit verwehrt. Doch wer weiß – vielleicht hört BYD den Ruf der Wildnis auch hier. Denn dieser Hai gehört nicht in ein Aquarium aus Vorschriften und Bürokratie, sondern in die freie Wildbahn der Straßen und Wälder.
🔴 Fazit von Tom, dem alten Waldarbeiter
"Ich sag’s mal so: Wenn dieser BYD Shark irgendwann in Europa landet, steh ich am Hafen mit Kaffee in der Hand und sag: Willkommen, Freund. Es wird Zeit, dass jemand den alten Dieselriesen zeigt, wie Zukunft riecht – nach Strom, Abenteuer und verdammt viel Drehmoment."



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