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Der Gundermann – Der grüne Wächter der alten Wege

Erzählt von Tom, dem alten Waldarbeiter, der gelernt hat, dass manche Pflanzen nicht laut auftreten – sondern bleiben.


🌱 Wo der Boden spricht – Begegnung mit dem Gundermann

Der Wald atmet noch Schlaf. Morgendunst liegt zwischen den Stämmen, feuchte Erde gibt ihren schweren Geruch frei, Moos glänzt dunkelgrün im ersten Licht. Am Wegrand knie ich mich hin und fahre mit der Hand über einen Teppich aus kleinen, gezackten Blättern. Kühl. Fest. Lebendig.

„Der Gundermann rennt nicht. Er erobert langsam.“

Er breitet sich aus, Zentimeter für Zentimeter. Nicht auffällig, nicht bittend. Er bleibt einfach. Ein Bodenkriecher, ein Grenzgänger zwischen Wildnis und Weg, zwischen Vergessen und Erinnerung. Wer ihn unterschätzt, lernt ihn immer wieder neu kennen.


Ein Kranz aus blühendem Gundermann wird im Vordergrund gehalten, während im nebligen Wald im Hintergrund zwei Hexen auf Abstand bleiben, als würde das Kraut sie fernhalten.

🏺 Herkunft, Geschichte & der Weg mit dem Menschen

Der Gundermann (Glechoma hederacea) ist ein alter Begleiter des Menschen. Heimisch in Europa und Westasien, folgte er früh den Spuren von Ackerbau, Viehhaltung und festen Siedlungen.


Schon Kelten und Germanen kannten ihn als Schutz- und Heilpflanze. Man legte ihn auf Wunden, trank ihn als bitteres Kraut und trug ihn bei sich gegen Krankheit und Unheil.


Im Mittelalter fand er seinen festen Platz in Klostergärten. Lange bevor Hopfen Bier haltbar machte, war es der Gundermann, der Würze, Halt und Ordnung brachte.

„Bevor der Hopfen kam, hat der Gundermann das Bier zusammengehalten – und manchmal auch die Menschen.“

Er war Wundkraut, Reinigungskraut und Alltagsmedizin zugleich.


🌿 Aussehen, Lebensweise & Jahreszeit

Der Gundermann wächst kriechend. Seine langen Ausläufer tasten sich über den Boden, schlagen Wurzeln, wo sie dürfen.


Die Blätter sind rundlich bis herzförmig, gezackt, weich glänzend. Zerreibt man sie zwischen den Fingern, steigt ein aromatischer, leicht herber Duft auf.


Im Frühjahr erscheinen seine violett-blauen Lippenblüten – klein, aber klar.


Wuchsorte: Waldränder, Hecken, Gärten, feuchte Wiesen

Hauptsaison: März bis Juni – oft eine der ersten grünen Pflanzen des Jahres


Ökologisch ist er wertvoll: Er schützt den Boden, hält Feuchtigkeit und bietet frühen Insekten Nahrung, wenn sonst noch wenig blüht.

⚠️ Giftigkeit & Sicherheit

Gundermann ist nicht giftig.


Doch er ist wirkstoffreich. In kleinen Mengen gut verträglich, kann er in großen Mengen bitter und magenreizend wirken.


Wer unsicher ist, sammelt nur, was er sicher erkennt, und nutzt den Gundermann maßvoll.

„Kraft verlangt Maß. Auch aus der Erde.“

💊 Heilkraft – Das bittere Wissen der Alten

Der Gundermann gehört zu den bitteren Lehrern.


Inhaltsstoffe:

  • Bitterstoffe

  • ätherische Öle

  • Gerbstoffe

  • Flavonoide

  • Vitamin C


Wirkungen:

  • entzündungshemmend

  • schleimlösend

  • antibakteriell

  • stoffwechselanregend


Traditionell wurde er als Tee bei Husten, Erkältungen und Nebenhöhlenproblemen genutzt. Äußerlich half er bei Wunden und Hautleiden. Innerlich diente er der Blutreinigung im Frühjahr.

„Der Gundermann ist nichts für Bequeme. Aber er bringt dich wieder auf Spur.“

🌌 Mythologie, Volksglaube & Schutzzauber

In alten Sagen galt der Gundermann als Schutzpflanze gegen Hexen und böse Einflüsse. Kränze aus seinen Ranken sollten die Seele schützen und den Blick schärfen.


Man glaubte, er helfe, das Verborgene zu erkennen – nicht durch Magie, sondern durch Klarheit.


Seine Symbolik ist bodenständig:


Ausdauer. Schutz. Erdung. Wahrheit.


🌍 Wildküche, Braukunst & moderne Bedeutung

In der Wildküche ist der Gundermann würzig und kräftig. In Kräuterbutter, Quark oder Suppe reicht oft schon wenig.


Früher war er fester Bestandteil der Braukunst. Heute spielt er eine Rolle in Permakultur und naturnahen Gärten, wo er Böden schützt und Vielfalt fördert.

„Der Gundermann bleibt. Wenn alles andere geht.“

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