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Eis, Stahl und Geduld – Die alte Kunst des Eisfischens

Von Tom, dem alten Waldarbeiter, der gelernt hat, dass Stille manchmal lauter spricht als ein Sturm.


Tom, der bärtige Bär im roten Flanellhemd und warmer Winterjacke, sitzt beim Eisfischen auf einem zugefrorenen See. Vor ihm steht eine Thermoskanne, einige Äpfel, ein Teller mit Pfannkuchen und ein Metalleimer mit Fischen. Im Hintergrund glitzern verschneite Berge und Wälder im kalten Morgenlicht – eine friedliche Winteridylle voller Ruhe und Genuss.

🌬️ Wenn das Wasser schweigt

Es gibt Tage, an denen selbst der Wald den Atem anhält.


Der Frost liegt schwer auf den Tannen, das Eis auf dem See ist dick wie Glas, und irgendwo da unten, unter dieser glitzernden Stille, schwimmen sie – die Hechte, Barsche und Zander, langsam, träge, fast träumend.


Tom sitzt auf seinem alten Klappstuhl, dampfender Atem in der Luft, Bohrer in der Hand.„Eisfischen“, sagt er, „ist kein Sport. Es ist ein Gespräch mit der Stille“.


🧊 Von Jägern und Überlebenskünstlern – Die Geschichte des Eisfischens

Eisfischen ist so alt wie der Winter selbst.

Schon vor über 2000 Jahren schnitzten die Ureinwohner Nordamerikas Speerspitzen aus Knochen und standen stundenlang auf zugefrorenen Seen, um Fische durch Löcher im Eis zu jagen.


In Skandinavien, Russland und Kanada war es über Jahrhunderte eine Überlebenskunst, kein Hobby.

Wenn der Winter die Flüsse verschloss, wurde das Eisloch zur Rettung der Familien.

Die Inuit nutzten Speere und primitive Angelvorrichtungen aus Rentiersehnen, während nordische Fischer mit Feuer über dem Eis arbeiteten, um Licht anzulocken – ein Schauspiel aus Glut, Schnee und Schatten.


Heute hat sich die Technik geändert, doch der Geist ist geblieben: Geduld, Respekt und die Verbindung zur Natur.


🧰 Werkzeug des Winters – Die Ausrüstung

Tom lacht, als er seine alte Bohrkurbel zeigt:

„Kein Motor, kein Lärm – nur Eis, Stahl und Muskelkraft“.


🔩 Die Grundausrüstung:


  • Eisbohrer – manuell oder motorbetrieben, um das Loch ins Eis zu schneiden.

  • Eisrute – kürzer als normale Angelruten (meist 50–70 cm) für präzise Führung.

  • Rolle & Schnur – kältebeständig und flexibel, da Frost Material brüchig macht.

  • Köder & Jigs – Maden, Würmer oder kleine Kunstköder; manche schwören auf Löffelblinker, die Lichtreflexe im Eis erzeugen.

  • Sitz oder Zelt – isoliert gegen Wind und Kälte. In Kanada sind ganze Minihäuser („Ice Shanties“) auf dem Eis üblich, mit Ofen und Radio.

  • Eisschöpfer – um das Loch vom Eis frei zu halten.

  • Fischfinder & Kamera (optional) – moderne Technik, um Bewegungen unter dem Eis zu sehen.

🧥 Kleidung und Schutz:


Mehrschichtige Thermokleidung, wasserdichte Stiefel, gefütterte Handschuhe – und nicht zu vergessen: eine gute Thermoskanne Kaffee.Toms Regel:

„Wenn du deine Finger nicht mehr spürst, wird’s Zeit, dem See zu danken und heimzugehen“.


🐟 Was man fangen kann

Eisfischen bedeutet nicht, dass alles schläft.

Viele Fische bleiben aktiv – sie ziehen sich nur in tiefere, ruhigere Bereiche zurück.


Zu den beliebtesten Winterfängen gehören:


  • Barsch – aggressiv und zahlreich, liebt künstliche Jigs.

  • Hecht – der König des Eises; zäh, groß und hungrig.

  • Zander – vorsichtig, aber lohnend, besonders bei Dämmerung.

  • Forelle – meist in klaren, kalten Bergseen.

  • Saibling, Maräne, Quappe – typische Arten nördlicher Gewässer.


Manche Fischer schwören auf bestimmte Stunden – frühmorgens oder kurz vor Sonnenuntergang, wenn das Licht golden durchs Eis fällt.

Andere sagen: „Der See entscheidet selbst“.


🧭 Wo man Eisfischen kann


Europa:

  • Skandinavien (Norwegen, Schweden, Finnland) – legendäre Spots mit glasklaren Seen.

  • Deutschland & Österreich – erlaubt auf zugefrorenen Seen, wenn das Eis mindestens 15 cm dick ist (z. B. Chiemsee, Weissensee).

  • Schweiz – traumhafte Bergseen mit Forellen – aber Achtung: nur mit Genehmigung.


Nordamerika:

  • Kanada – Ontario, Manitoba, British Columbia – Eisfischen ist hier Nationalsport.

  • USA – Minnesota, Wisconsin, Michigan und Alaska – ganze Dörfer entstehen im Winter auf dem Eis.


🧭 Toms Tipp:

„Wenn du einen See findest, der am Morgen dampft, bleib. Der redet mit dir“.


🔥 Legenden und Mythen

Eisfischen ist von Geschichten umhüllt wie der See vom Nebel.


In Skandinavien glaubte man, dass die Götter den besten Fisch nur dem geduldigsten Mann schenken.


In Kanada erzählte man sich, wer zu laut auf dem Eis lacht, vertreibt die „Frost Spirits“ – und bleibt den ganzen Tag ohne Fang.


In Russland sprach man vom „stillen Vertrag“ zwischen Fischer und Wassergeist: Wenn du das Eis mit einem Tropfen Wodka ehrst, wird dir der See treu sein.


Tom hat seine eigene Theorie:„Manche Fische spüren, ob du Hunger oder nur Langeweile hast. Die kommen nur, wenn du’s ehrlich meinst“.


🧊 Technik & Praxis – So funktioniert’s


  • Eis prüfen: Mindestens 10 cm dick für einzelne Personen, 15–20 cm für Gruppen oder Zelte.

  • Loch bohren: Mit Eisbohrer oder Motor. Das Loch sollte etwa 15–20 cm Durchmesser haben.

  • Schnur ablassen: Langsam, bis der Köder knapp über dem Grund hängt.

  • Bewegung: Leichte Zupfbewegungen, um Fische zu reizen.

  • Geduld: Das ist der wahre Schlüssel.

  • Sicherheit: Immer mit Partner, Leine und Eispickel – die Natur verzeiht keine Arroganz.


💬 Vom Hobby zur Meditation

Eisfischen ist kein lauter Sport. Es ist eine Rückkehr zum Einfachen.

Man lernt, mit dem Wind zu sprechen, die Oberfläche zu lesen, den eigenen Atem zu zählen.


Tom sagt:

„Im Sommer fängst du Fische.

Im Winter fängst du dich selbst“.


🌌 Fazit – Der See hört zu

Wenn du das erste Loch bohrst, hörst du, wie das Eis singt.Wenn du den ersten Fisch ziehst, riechst du die Tiefe des Winters.Und wenn du nach Stunden im Schnee aufstehst, weißt du: Du warst für einen Moment Teil der Stille – nicht ihr Feind.

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