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🌿 Notnahrung & essbare Pflanzen

Tom, der bärtige Bär im roten Holzfällerhemd, sitzt nachts am Lagerfeuer im Wald und isst ruhig aus seiner Notration. Neben ihm stehen ein Rucksack, ein Zelt und eine alte Kaffeekanne. Das warme Feuerlicht spiegelt sich in seinem nachdenklichen Gesicht und erzeugt eine friedliche, melancholische Stimmung.

🌍 Wenn Hunger mehr ist als ein Gefühl

Der Regen fiel wie eine alte Melodie, gleichmäßig, geduldig. Ich saß da, mitten im Wald, den Rücken an eine Kiefer gelehnt, und lauschte dem Tropfen auf meiner alten Blechkanne. Mein Rucksack war leer, keine Notnahrung. Das letzte Stück Brot hatte ich gestern gegessen, mehr aus Gewohnheit als aus Hunger. Jetzt knurrte mein Magen wie ein alter Bär, der zu lange geschlafen hat. Und doch – es war nicht das erste Mal. Ich kenne diesen Zustand. Den Moment, in dem man begreift, dass Hunger kein Feind ist, sondern ein Lehrer.


Ich erinnere mich an eine Expedition in Kanada. Drei Tage Sturm, keine Vorräte, kein Wild in Sicht. Nur Wind, Schnee und mein eigener Atem. Ich dachte damals, das sei das Ende. Aber dann kam die Erkenntnis: Die Natur hat immer etwas übrig, wenn du weißt, wo du suchen musst. Sie ist keine Mutter, die dich füttert – sie ist eine Lehrerin, die prüft, ob du aufgepasst hast.


Ich sah mich um – und da war sie wieder, diese alte Wahrheit: Jede Wurzel, jedes Blatt, jeder Stein erzählt eine Geschichte. Der Wald redet nicht, aber er zeigt dir, wo du hinschauen musst.


🌾 Die Kunst des Überlebens – Wissen, das mit Blut bezahlt wurde

Überleben ist keine Theorie, es ist Erfahrung – manchmal auch Schmerz. Schon die Neandertaler sammelten Kräuter nicht zufällig, sondern gezielt. Sie wussten, dass Bitterstoffe den Magen beruhigen und dass Rauch nicht nur wärmt, sondern konserviert. Im Zweiten Weltkrieg aßen Soldaten Rinde von Birken und Wurzeln von Farnen. Manche kochten Suppe aus Gras, weil nichts anderes blieb. Ich hab alte Tagebücher gelesen – da steht nicht viel über Heldenmut, aber jede Menge über Hunger.


Und dann die indigenen Völker Nordamerikas – sie lebten Jahrtausende mit dem, was der Wald gab. Sie wussten, welche Beeren dich nähren und welche dich töten. Sie kannten die Jahreszeiten, die Sprache der Pflanzen. Dieses Wissen war Gold – und wurde oft mit Leben bezahlt.


Heute nennen wir’s „Emergency Food“ oder „MREs“ – Meals Ready to Eat. Hochkalorisch, vakuumverpackt, mit Nährwerttabellen und schicken Namen wie „Beef Stew Supreme“. Aber am Ende ist es das gleiche Prinzip: Etwas, das dich über Wasser hält, wenn die Welt um dich zusammenbricht. Nur dass wir vergessen haben, wie es war, das Essen mit den Händen aus der Erde zu holen.


🌿 Der Wald als Speisekammer – was wächst, wenn alles andere versiegt

Ich schnürte meine Stiefel, nahm das alte Messer vom Gürtel und zog los. Der Regen hatte nachgelassen, der Boden dampfte. Jeder Schritt im Moos klang wie ein leises Versprechen. Ich roch Harz, feuchte Erde, den würzigen Duft von Bärlauch irgendwo in der Nähe. Wenn du lange genug draußen bist, erkennst du Essbares mit der Nase.


Ich fand junge Brennnesseln – das beste Grünzeug, das du im Frühling finden kannst. Sauerampfer für den Geschmack, Löwenzahn für die Leber, Schafgarbe für den Bauch. Alles wächst dort, wo das Leben zäh ist. Und wenn du Glück hast, findest du eine Klette oder einen Rohrkolben. Die Wurzeln sind nahrhaft, wenn auch zäh. Einmal habe ich drei Tage nur von Birkenrinde und Ameisen gelebt – schmeckt, als würdest du ein altes Buch essen, aber du bleibst aufrecht.


Die Birke ist übrigens ein Geschenk, das nie aufhört zu geben. Ihre Rinde brennt auch nass, ihr Saft stillt den Durst, und ihr inneres Mark hält dich am Leben. Manche sagen, der Wald ist eine Kirche. Ich sag: Er ist eine Küche – wenn du weißt, wie man darin kocht.


🔥 Vom Überleben zum Verstehen – Lektionen aus Hunger und Demut

Es gibt einen Unterschied zwischen satt sein und überleben. Satt sein macht träge. Überleben macht wach. Wenn du tagelang nichts hast außer einem Messer und Hoffnung, fängt die Welt an, klar zu werden. Du hörst wieder. Du riechst wieder. Du spürst den Wind nicht als Wetter, sondern als Richtung.


Ich erinnere mich an einen Freund – Joe, ein alter Trapper. Wir waren tagelang eingeschneit, kein Wild, kein Feuerholz mehr. Er grinste, zog eine Handvoll getrockneter Beeren aus seiner Tasche und sagte: „Besser als nichts, Grizzle.“ Ich lachte – aber da war etwas in seinen Augen. Etwas, das sagte: Das hier ist echt. Kein Spiel, kein Abenteuer. Leben pur.


Hunger formt dich. Er nimmt dir den Luxus und gibt dir den Sinn zurück. Du begreifst, dass Nahrung nicht selbstverständlich ist. Und wenn du sie findest, ist es wie ein Gebet, das du kaust. Man isst, was die Erde gibt. Nicht, weil man will, sondern weil man muss. Und irgendwann merkst du – sie gibt dir mehr, als du verdienst.


📜 Von Feldrationen zu Überlebenskits

Ich hab Armeerationen gesehen, die älter waren als ich. Kleine Dosen mit Spaghetti, die nach Blei schmeckten, aber dich am Leben hielten. Im 19. Jahrhundert begannen Soldaten, Notrationen mitzunehmen – hart, salzig, ewig haltbar. Dann kam die NASA in den 60ern – Weltraumnahrung, gefriergetrocknet, steril, sicher. Und heute? Ganze Industrien leben davon, dir das Überleben zu verkaufen.


Aber das Fundament bleibt dasselbe: Du brauchst Kalorien, Wasser, Feuer, Mut. Früher war Überleben Handwerk – heute ist es Marketing. Ich hab nichts gegen moderne Technik, solange du weißt, dass sie dich nicht retten wird, wenn der Strom ausfällt. Die Erde, das Wasser, die Pflanzen – das sind die einzigen Lehrer, die zählen.


Wenn ich am Feuer sitze und die Sterne durch die Äste schimmern, denke ich manchmal an die, die vor uns kamen. Jäger, Sammler, Soldaten, Träumer. Sie alle hatten Hunger – und sie alle haben gelernt, ihm zuzuhören.


Ich nehme einen Schluck aus meiner Tasse, der Kaffee schmeckt nach Rauch und Erde. „Auf den Hunger“, murmele ich. „Er erinnert uns, dass wir leben“.


Und irgendwo da draußen im Dunkeln nickt die Natur – leise, zustimmend, wie eine alte Freundin.

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