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Der Gifthäubling (Galerina marginata) – Kleine Gefahr mit tödlicher Wirkung

Aktualisiert: 14. Okt. 2025


Der Gifthäubling

🌱 Einführung

Wer glaubt, dass nur große, auffällige Pilze gefährlich sind, irrt gewaltig. Der Gifthäubling (Galerina marginata) ist klein, unscheinbar und wächst oft dort, wo man ihn nicht erwartet – auf morschem Holz oder Baumstümpfen. Gerade diese Unauffälligkeit macht ihn so tückisch: Er wird häufig mit essbaren Arten wie Stockschwämmchen verwechselt. Doch Achtung: Schon wenige Gramm können tödlich sein. Der Gifthäubling gehört zu den gefährlichsten Holzbewohnern des Waldes.




🔎 Erkennungsmerkmale

Der Gifthäubling ist nicht leicht zu bestimmen, da er stark variiert. Dennoch gibt es typische Kennzeichen:


  • Hut: 2–5 cm groß, honig- bis gelbbraun, in der Mitte oft dunkler. Oberfläche feucht glänzend.

  • Lamellen: anfangs gelblich, später rostbraun, dicht gedrängt.

  • Stiel: 3–7 cm lang, zylindrisch, faserig, oft mit einem häutigen Ring, der jedoch verschwinden kann.

  • Fleisch: dünn, bräunlich, ohne besonderen Geruch.

  • Standort: fast ausschließlich auf totem Holz, besonders von Nadelbäumen.


👉 Verwechslungsgefahr: Vor allem mit dem Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis), einem beliebten Speisepilz.

☠️ Giftigkeit

Der Gifthäubling ist hochgiftig. Seine Amatoxine wirken wie beim Grünen Knollenblätterpilz direkt auf Leber und Nieren. Schon kleinste Mengen können lebensgefährlich sein.


Symptome treten meist nach 6–12 Stunden auf:


  • Heftiges Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen

  • Trügerische Besserung nach 1–2 Tagen

  • Danach: massives Leber- und Nierenversagen


👉 Ohne sofortige medizinische Behandlung endet eine Vergiftung oft tödlich.


🌟 Besonderheiten

  • Größe und Tarnung: klein und unscheinbar, dadurch besonders gefährlich.

  • Holzbewohner: im Gegensatz zu vielen anderen Giftpilzen wächst er fast ausschließlich auf morschem Holz.

  • Weltweite Verbreitung: kommt in Europa, Nordamerika und Asien vor.


🧭 Sammeltipps

  1. Nie kleine braune Pilze vom Holz sammeln, wenn du sie nicht 100 % sicher bestimmen kannst.

  2. Immer auf den Ring achten – beim Stockschwämmchen ist er deutlich und bleibt bestehen, beim Gifthäubling oft schwach oder fehlend.

  3. Lamellenfarbe prüfen – Stockschwämmchen haben hellere Lamellen, Gifthäublinge werden rostbraun.

  4. Expertenrat einholen – besonders bei Holzpilzen.

  5. Im Zweifel stehen lassen – Sicherheit geht immer vor.


🪵 Fazit

Der Gifthäubling ist ein Meister der Tarnung: klein, unscheinbar und tödlich. Für Pilzsammler ist er ein eindringlicher Beweis, dass gerade die unspektakulären Arten die größte Gefahr bergen können. Wer den Wald liebt, sollte ihn kennen – und meiden. Rugged heißt: den Wald mit Respekt erleben und gesund wieder herauskommen.

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